Vorgänger des VW ID.Buzz an der Techno-Classica

TECHNO CLASSICA IN ESSEN Mit einem fahrfähigen Elektrotransporter auf Basis des T2 elektrisiert VW Nutzfahrzeuge die Techno-Classica in Essen (25. bis 29. März). Zudem wird ein für Flottenversuche gebauter E-Transporter aus den 70er-Jahren gezeigt.

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In den 70er-Jahren führte VW Nutz­fahrzeuge Flottenversuche mit elektrischen T2 durch.

1970 wurde in Wolfsburg ein Entwicklungsbereich gegründet, der die ersten elektrisch angetriebenen Volkswagen konzipierte. Schon damals ging es darum, alternative Energieträger zu erschliessen, um sich von fossilen Rohstoffen unabhängiger zu machen und emissionsfrei durch die Städte zu gleiten. 1972 präsentierte das Unternehmen auf der Hannover-Messe einen ersten Prototyp als Pritschenwagen mit offener Ladefläche. Kurz danach startete die Kleinserienproduktion des nicht nur als Pritsche, sondern auch als Bus und Kastenwagen angebotenen VW-Elektro-­Transporters. Dieser konnte trotz 880 kg wiegender Batterie eine stattliche Nutzlast von 800 kg bieten.

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Ausgeklügelte Leistungselektronik für den bis zu 75 km/h schnellen Bulli.

Wechseln statt laden Am Flottenversuch nahm die Stadt Berlin mit sieben elektrischen Bulli teil. Einer davon ist der in Essen zu sehende, 1977 produzierte T2 Bus. Er wurde am 14. April 1978 auf die Berliner Verkehrsbetriebe, Bereich Entwässerungswerke, zugelassen. Die damalige Aufschrift ist heute zeitgemässer denn je: «Wir fahren mit Strom – umweltfreundlich.» Berlin richtete im Bezirk Tiergarten eine Batteriewechselstation ein, an der binnen fünf Minuten die leere Batterieeinheit gegen eine volle getauscht wurde. Das funk­tionierte, weil der unter der Ladefläche integrierte Akku ­einfach herausgeschoben werden konnte. Die Lade- und Wechseltechnik entwickelte Volkswagen zusammen mit den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken (RWE) und der damaligen Gesellschaft für Elektro-Strassenfahrzeuge (GES).

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Den elektrischen T2 gab es auch als Pritschenwagen. Die Batterie konnte innerhalb weniger Minuten ausgetauscht werden.

Alternativ konnte die Bleitraktionsbatterie von Varta auch per Stecker über eine Schnittstelle im Bulli-Heck geladen werden. Zudem hatte der Transporter schon vor mehr als vier Jahrzehnten ein Rekuperationssystem an Bord, mit dem beim Bremsen kinetische Energie gespeichert wurde. Der Energiegehalt der Batterie lag bei 21,6 kWh; damit kam der VW-Elek­tro-Transporter auf Reichweiten von bis zu 85 km. Der fremd­erregte Gleichstrom-Nebenschlussmotor brachte eine Dauerleistung von 16 kW (22 PS), mit einem kurzfristigen Peak von 32 kW (44 PS). Das maximale Drehmoment lag bei kraftvollen 160 Nm. So unter Strom gesetzt, schaffte der 2170 kg schwere Transporter eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h – ausreichend Speed, da er zumeist in der Stadt unterwegs war.

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Kombi-Instrument mit Tacho links und spezifische Elektro­anzeigen mit Volt- und Ampere-Display rechts.
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