Bald auch Brennstoffzellen der Marke Rolls-Royce

WASSERSTOFF-MOBILITÄT Interessierte Kunden können im Friedrichshafener Werk des Rolls-Royce-Geschäftsbereichs Power Systems einen neuen Brennstoffzellen-Demonstrator besichtigen und sich informieren, für welche Anwendungen das System geeignet ist.

Rolls-Royce MTU Brennstoffzelle Fuel Cell Demonstrator TIR transNews
Stromversorgung mit Brennstoffzellen: Rolls-Royce Power Systems baut derzeit in Friedrichshafen einen Demonstrator auf, mit dem künftig die nachhaltige und klimafreundliche Stromversorgung auf Basis von Brennstoffzellen erprobt wird. Brennstoffzellen-Systeme werden ein essenzieller Bestandteil des nachhaltigen MTU-Lösungsportfolios von Rolls-Royce sein.

Mit der Wasserstoff-Brennstoffzelle hält derzeit eine weitere neue Technologie Einzug in das Friedrichshafener Werk des Rolls-Royce-Geschäftsbereichs Power Systems. Dort wird gerade ein 250-Kilowatt-Demonstrator aufgebaut, mit dem zukünftige CO2-freie Energiesysteme getestet und Kunden vorgestellt werden. „Wir sind davon überzeugt, dass die Brennstoffzellen-Technologie einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Energiewende leisten wird. Deshalb ist Rolls-Royce fest dazu entschlossen, Vorreiter beim Einsatz dieser Technologie zu sein“, sagt Andreas Schell, CEO von Rolls-Royce Power Systems. „Brennstoffzellen-Systeme werden ein essenzieller Bestandteil unseres nachhaltigen mtu Lösungsportfolios sein.“

Der grösste Pluspunkt entsteht, wenn regenerativ erzeugter Wasserstoff als Brennstoff verwendet wird. Dann lässt sich der Ausstoss von Schadstoffen und klimaschädlichen Gasen zusammen auf null reduzieren. Auf diese Weise haben Brennstoffzellen ein enormes Potenzial, ein wesentlicher Technologiebaustein für die Dekarbonisierung von Antrieb und Energiesystemen zu werden“, erklärt Dr. Peter Riegger, Leiter des Rolls-Royce PowerLabs.

Im Friedrichshafener Werk 1 von Rolls-Royce Power Systems hat sich in den vergangenen Monaten bereits einiges getan: Die aufwändige und investitionsreiche Wasserstoffinfrastruktur ist installiert, der Container mit vier Niedertemperatur-PEM-Brennstoffzellenmodulen aufgestellt. Doch dies hat einige Vorarbeit der Ingenieure an verschiedenen Standorten benötigt. Im bayerischen Werk in Ruhstorf und in Friedrichshafen entstand das Design des Containers, das aus sicherheitstechnischen Gründen zwei getrennte Räume für Brennstoffzellen und Batterien sowie die Leistungselektronik vorsieht. Das Steuerungssystem ist entwickelt, Kühl- und Klimaanlage auf dem Dach, „Schubladen“ ermöglichen ein einfaches Wartungssystem, bei dem einzelne Module einer Anlage ausgetauscht werden können.

Die Energiesysteme auf Basis von Brennstoffzellenmodulen aus der Automobilproduktion haben die Rolls-Royce-Ingenieure inzwischen auf dem Prüfstand getestet und sind mit dem Ergebnis zufrieden:

Die Dynamik und die Leistungsfähigkeit sind sehr gut, es entstehen wie erwartet keinerlei Vibrationen und laute Geräusche“, erklärt Dr. Peter Riegger.

In den nächsten Schritten werden alle vier Module des Demonstrators im Container zusammengeschaltet und an die Batterien und den Stromkreislauf angeschlossen. Die Inbetriebnahme ist in der zweiten Jahreshälfte 2021 vorgesehen. Mit dem Demonstrator wird getestet und Interessenten gezeigt, für welche Anwendungen das System geeignet ist. Dazu zählen die Notstromversorgung, die Dauerstromversorgung, die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) und die Schwarzstartfähigkeit, anhand der das System ohne den Anschluss an ein Stromnetz gestartet werden kann.

Rolls-Royce Power Systems mit Hauptsitz in Friedrichshafen beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter. Unter der Marke mtu vertreibt das Unternehmen schnelllaufende Motoren und Antriebssysteme für Schiffe, Energieerzeugung, schwere Land- und Schienenfahrzeuge, militärische Fahrzeuge sowie für die Öl- und Gasindustrie sowie Diesel- und Gassysteme und Batteriecontainer für sicherheitskritische Anwendungen, zur Dauerstromerzeugung, für Kraft-Wärme-Kopplung und für Microgrids.

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