BioLNG-Konsortium will LNG in Europa ankurbeln
ALTERNATIVE ANTRIEBE Ein Konsortium namens BioLNG EuroNet engagiert sich für den weiteren Ausbau von LNG als Treibstoff in ganz Europa. Zudem soll eigenes Bio-LNG produziert werden. Die Schweiz ist vorerst nicht im Plan eingeschlossen.

Anfang Dezember 2018 hat das Konsortium BioLNG EuroNet seine Ziele und Absichten bekannt gegeben. Wie es der Name deutlich macht, soll ein Netz an LNG-Tankstellen aufgezogen und mit weiteren Massnahmen dem Treibstoff in der Transportbranche zum Durchbruch verholfen werden. Das paneuropäische Netz soll 39 Tankanlagen in einem Abstand von rund 400 km umfassen und in den Ländern Belgien, Frankreich, Deutschland, Polen und Spanien aufgezogen werden. Damit soll das Gebiet von Spanien bis ins östliche Polen mit LNG-Zapfmöglichkeiten durch Shell abgedeckt werden. Dazu kommt eine Produktionsanlage von Bio-LNG in Holland. Mittels wettbewerbsfähiger Finanzierungs- und Transportlösungen sollen 2000 LNG-Lastwagen auf die Strasse gebracht werden, wobei mit diesem Leasing der Mehrpreis von LNG zu Diesel kompensiert werden soll.
Im Konsortium sind die folgenden Firmen vertreten: Shell, Disa, Osomo, Scania, Iveco, Iveco Capital und Nordsol. Durch unterschiedliche Massnahmen ihrer Mitglieder soll die langfristige Dekarbonisierung des Schwerverkehrs in Europa angestossen werden. Die eigene Bio-LNG-Produktion von Nordsol will Abfälle aus Supermärkten und aus Restaurants nutzen und durch die Einspeisung in den Treibstoff die dem Gas innenliegende CO2-Reduktion auf über 90 Prozent anheben. Jonas Nordh, Director Sustainable Transport Solutions bei Scania: «Da die Produktion von Biogas angekurbelt wird, kann Biogas, das den CO2-Ausstoss um über 90 Prozent reduziert, zunehmend mit der natürlichen Produktion vermischt werden.»
Das Konsortium kann unter anderem auch auf EU-Gelder zurückgreifen. Die Schweiz ist vorerst nicht Teil des Plans. Wobei dank der hohen Reichweiten der LNG-Lastwagen bei vorausschauender Planung die Schweiz ohne Betankung durchquert werden kann.
Hier geht’s zur Webseite des Konsortiums.