Neue Software für LKW-Fahrsimulator von SiFaT

MIGROS OSTSCHWEIZ Die Detailhandels-Genossenschaft lässt ihre SiFaT-Simulator nach fünf Jahren mit neuer Programmgeneration ausstatten. Lernende können nun Übungen selbstständig ohne Trainer fahren. Zudem ist ein Ausbildungszentrum für drei Migros-Unternehmen geplant.

LKW-Fahrsimulator SiFaT Migros Ostschweiz TIR transNews
Im Vordergrund steht immer das realistische Fahrerlebnis. Der LKW-Fahrsimulator von SiFat arbeitet mit einer Bewegungs-Plattform, die erlebbar macht, wie sich das Fahrzeug etwa in Kurven verhält. Auch die Grafik wurde mit dem Update deutlich verbessert.

In der Betriebszentrale der Genossenschaft Migros Ostschweiz, Teil der Migros-Gruppe, soll ein Ausbildungszentrum für Berufsfahrer von drei Migros-Unternehmen entstehen. Ferner soll die Weiterbildung von Berufsfahrern verstärkt und effizienter gestaltet werden. Um das zu ermöglichen, hat die Genossenschaft in eine neue Software für ihren vor fünf Jahren gekauften LKW-Fahrsimulator investiert. „

Mit der neuen Programmgeneration können wir den Durchsatz und die Auslastung am Simulator weiter erhöhen», sagt Daniel Balmer, Leiter Transportlogistik der Migros Ostschweiz. «Während bisher beispielsweise immer ein Trainer die Fahrübungen leiten musste, können sich die Lernenden jetzt selbständig einloggen und das Programm merkt sich automatisch, welche Trainings schon absolviert wurden und was als nächstes ansteht.»

Auch die Grafik der Software habe «einen Quantensprung» gemacht. Sie entspreche jetzt dem, was viele Lernende auch von modernen Computerspielen her kennen würden. «Dass die Aus- und Weiterbildung von LKW-Fahrerinnen und -Fahrern jetzt stärker digitalisiert wird, erhöht auch die Attraktivität des Berufs.»

Die neue Software hat das Berliner, auf Entwicklung und Produktion von High-Tech-Simulatoren für professionelle Fahrtrainings spezialisierte Unternehmen SiFaT Road Safety geliefert, das 2017 auch den Simulator an Migros verkauft hat. «Um eine optimale Auslastung zu erreichen, werden wir künftig Trainings aus drei verschiedenen Schulungsbereichen am Simulator stattfinden lassen», erläutert Balmer.

  • Bereich 1 seien «Fahrstunden für die Lernenden in der LKW-Ausbildung». Dabei sollen hier neben den Auszubildenden der Migros Ostschweiz auch die der Migros Zürich sowie des Migros-Verteilbetriebes Suhr ihre Führerscheinausbildung absolvieren. «Dadurch können wir Ausbilder-Ressourcen schonen, Lerninhalte gezielter und breiter vermitteln.»
  • Bereich 2 ist laut Balmer die Qualifizierung und Weiterbildung der rund 150 LKW-Fahrer, die von der Migros Ostschweiz eingesetzt werden. «Bei uns müssen Fahrerinnen und Fahrer sowohl Gliederzüge wie auch Sattelschlepper fahren können.» Es gebe aber Fahrer, die nur eines können und dann am LKW-Fahrsimulator entsprechende Schulung für das andere Gespann erhalten. «Ausserdem wollen wir möglichst viele Fahrstunden der gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildungsmodule künftig am Simulator machen.» Dafür seien zwar noch Gesetzesänderungen nötig, «aber es ist viel sinnvoller und günstiger, diese Weiterbildung möglichst viel an den Simulator zu verlegen, weil dafür dann kein LKW auf einer Strasse fahren muss, kein Diesel verbraucht wird, kein Verschleiss entsteht und die Umwelt nicht belastet wird», so Balmer «Ausserdem eignet sich ein simulatorgestütztes Training sehr gut, um komplizierte Anliefermanöver mit Anhänger und Auflieger zu üben und damit Routine zu erlangen. Dabei geht es auch immer mehr darum, kritische Strassen-Situationen, Wettereinflüsse, etc. zu üben, welche in der Realität gar nicht geübt werden können. Wir wollen den Winter im Sommer üben und damit optimal vorbereitet sein.»
  • Als dritter Schulungsbereich ist die Vermietung des Simulators an andere Firmen mit Aus- und Weiterbildungsbedarf angedacht. «Wir haben den Simulator nun in Schulungsräumlichkeiten aufgestellt, die über einen separaten Eingang verfügen und von Gästen unabhängig von unseren Betriebszeiten betreten werden können.» Neben der Schulung im LKW-Bereich hat Balmer hier noch eine weitere Zielgruppe im Auge. «Der Simulator ist auch für das Training von Blaulichtfahrten ausgestattet und geeignet.» Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste könnten ihre Leute damit viel besser auf die stressigen und unfallträchtigen Einsatzfahrten vorbereiten, bei denen die Fahrer nie wissen, wie die anderen Verkehrsteilnehmer auf Blaulicht und Martinshorn reagieren. Die Übung solcher Fahrten auf  öffentlichen Strassen ist verboten.

Auch die Schweizer Armee setzt künftig auf den LKW-Simulator von SiFaT.

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