Wie Daimler Trucks die Zukunft der Branche mitgestaltet

JAHRESBERICHT Mercedes-Benz Trucks und Daimler Trucks blicken auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Gemäss Martin Daum, Daimler-Vorstand Trucks & Buses, soll das Resul­tat aber weiter verbessert werden und zugleich will Mercedes aktiv an der Zukunft der Transport­branche mitgestalten.

Martin Daum Vorstand Trucks & Buses Daimler AG TIR transNews
Martin Daum blickt auf ein erfolgreiches erstes Jahr als Vorstand Trucks & Buses der Daimler AG zurück.

«Wir konnten 2017 Absatz, Umsatz und Gewinn bei Daimler Trucks deutlich steigern», sagte Martin Daum, Vorstand Trucks & Buses, und blickt so auf ein sehr erfolgreiches erstes Jahr als Verantwortlicher für diesen Bereich zurück. Der LKW-Absatz wuchs um 13 Prozent auf 470 700 Einheiten, wobei die EU inklusive Norwegen und der für Daimler rückläufigen Schweiz mit 82’300 Fahrzeugen noch ein Plus von drei Prozent verzeichnete, der Nafta-­Raum mit 165’000 um 13 Prozent und Asien mit 148’600 um 18,5 Prozent zulegen konnten. Der Gesamtumsatz wuchs um gut sieben Prozent auf 35,7 Mia. Euro und der Gewinn vor Steuern (Ebit) kletterte um 22 Prozent auf 2,38 Mia. Euro. Dabei konnte auch die Umsatzrendite gesteigert werden, und zwar von 5,9 auf 6,7 Prozent. Fürs angebrochene Truck-Jahr ist Daum zuversichtlich und erwartet sowohl beim Absatz als auch beim Gewinn eine weitere deutliche Steigerung.

Forschen und Liefern
Für 2018 und 2019 investiert Daimler Trucks im Schnitt rund 1,4 Mia. Euro in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Namentlich die Themen E-Mobilität, Konnektivität und automatisiertes Fahren mit ihrer wachsenden Bedeutung werden in der Entwicklung mit jährlich je einer halben Mia. Euro alimentiert. Darunter fällt auch die Serienentwicklung der Elektro-Trucks eActros (vgl. Seite 26) und Fuso e-Canter. Weitere Stossrichtungen sind die teilautonomen Fahrzeuge, bei denen Daimler bei den Trucks das Platooning rasch zur Serienreife im Autobahneinsatz bringen will. Die entsprechenden Praxistests setzt Daimler in den USA auf die Strasse.

«Doch im Zentrum unserer Strategie steht der Kunde», bekräftigt Martin Daum. Einer der wichtigsten Punkte der Strategie sind globale Plattformen. Sie sollen eine raschere Einführung von Neuerungen ermöglichen, indem Bauteile und Komponenten vereinheitlicht werden. Damit soll Innovationen Vorschub geleistet werden, die nicht irgendeinmal erhältlich sein werden, sondern die es bereits gibt. Als Beispiel führt Daum den 2016 lancierten Freightliner Cascadia an, der ein für die Nafta-Region ungewöhnliches Bestellverhalten hervorgerufen hatte. Statt wie sonst in den USA üblich den Motor zuzukaufen und den Truck mit einem manuellen Getriebe zu versehen, kommt im Cascadia heute zu 95 Prozent der Daimler-Plattformmotor zum Einsatz. Und beim Getriebe sind drei Viertel der Cascadia mit dem automatisierten Getriebe versehen. Bei Fuso in Japan wiederum, wo im vergangenen Jahr der neue Super Great lanciert worden war, gelangen viele Komponenten aus dem Actros zum Einsatz.

Freightliner Cascadia TIR transNews
Der Freightliner Cascadia zeigt, dass innovative Produkte auch alteingesessenes Kaufverhalten ändern können.

Positive Zahlen auch beim Bus
Die Bussparte bei Daimler konnte ebenfalls Absatz und Umsatz steigern, und zwar auf weltweit 28’700 Busse und Fahrgestelle (+ 9 Prozent) sowie 4,4 Mia. Euro (+ 4,4 Prozent). Der Gewinn vor Steuern musste hingegen mit 243 Mio. Euro ein Minus um gut zwei Prozent hinnehmen. Gleichwohl ist Hartmut Schick optimistisch fürs neue Geschäftsjahr und erwartet eine deutliche Steigerung bei Absatz und Gewinn. Diese Erwartungen muss jedoch ein anderer erfüllen, denn Schick übernahm Anfang April die Verantwortung für Daimler Trucks Asien; er hat die Leitung von Daimler Buses und den Vorsitz der EvoBus-Geschäftsleitung Anfang April in die Hände von Till Oberwörder übertragen.

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