Die neuen Batterie-Quartierbusse der VBZ sind da

ELEKTRIFIZIERUNG Acht neue Elektrobusse der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) starten ab sofort sukzessive ihren Einsatz auf fünf Quartierlinien. Bis Ende 2023 wird die VBZ-Flotte über 40 rein batterieelektrisch angetriebene Busse zählen.

Batterie-Quartierbusse der VBZ von Hess TIR transNews
Die von der Carrosserie Hess AG in der Schweiz produzierten 10,7-m-Solobusse ersetzen nach und nach die herkömmlichen Dieselbusse in Zürichs Quartieren. Damit sparen die neuen Quartierbusse der VBZ mehr als 150‘000 Liter Diesel und rund 400 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

«Wir freuen uns, der Quartierbevölkerung mit dem Einsatz der neuen Busse noch mehr Lebensqualität und Komfort und weniger Emissionen bieten zu können», so Stadtrat Michael Baumer anlässlich der Präsentation des ersten Fahrzeugs. 2016 starteten die VBZ einen zweijährigen Pilotversuch mit einem viollelektrischen Bus mit dem Ergebnis, dass sich BEVs gut für den Quartierbetrieb eignen.

Im Untergeschoss der Garage Hardau gegenüber dem Stadion Letzigrund entsteht in mehreren Etappen die nötige Infrastruktur, um bis zu 75 Elektrobusse in den Betriebspausen per Stecker zu laden. Diese ist mit ein Grund, weshalb E-Busse in der Anschaffung teurer sind als Dieselbusse. Allerdings würde mit dem CO2-Gesetz der Betrieb von Dieselbussen ebenfalls teurer werden, bemerkt VBZ-Direktor Marco Lüthi. Die Garage wird in einem ersten Schritt mit 45 an der Decke montierten Ladestationen von Siemens ausgestattet, davon 30 mit einer Ladeleistung von 100 kW und 15 mit 150 kW. Aufgrund der Infrastruktur werden alle kommenden Busse ihren Ladeanschluss auf der rechten Fahrzeugseite haben. So kann jeder Bus egal welchen Herstellers auf jedem Standplatz versorgt werden.

Batterie-Quartierbusse der VBZ Siemens TIR transNews
Die Siemens-Ladestationen sind im Untergeschoss an der Decke montiert.
Batterie-Quartierbusse der VBZ Siemens TIR transNews
Die aufgerollten Ladekabel werden über ein Seile von der heruntergezogen.

Die auf dem Dach platzierten Batterien der neuen, komplett in der Schweiz gebauten Hess-Busse haben eine technische Kapazität von 333 kWh und bieten so eine Reichweite von mindestens 200 km. Die Tageslaufleistungen der Linien liegen allerdings zwischen 250 und 300 km, so dass die ab 05.45 Uhr verkehrenden Busse einmal täglich hintereinander für eine Zwischenladung ins Depot zurückfahren und dort von einem anderen Bus abgelöst werden («Umlaufbruch»). Betriebsschluss der Quartierlinien ist etwa um 23.00 Uhr. Je nach Lademanagement benötigen die Batterien zur vollständigen Aufladung zwischen drei und sechs Stunden. Wie alle Busse bei der VBZ sind auch diese für 14 Jahre Lebenszeit budgetiert, wobei die Batterie in der Hälfte ausgetauscht werden wird.

Batterie-Quartierbusse der VBZ von Hess TIR transNews
Geladen werden die Busse an der vorderen rechten Seite.

Mit der Inbetriebnahme weiterer Batteriebusse in den nächsten Jahren kommen nach und nach zusätzliche Ladestationen zum Einsatz. «Für die Stromversorgung der Elektrobus-Flotte installierten wir sieben Transformatoren mit einer Gesamtleistung von 7000 kW. Mit dieser Leistung könnten in der Stadt Zürich bis zu 5000 Wohnungen versorgt werden», erklärt Peter Vogler, Leiter Netzdienstleistungen ewz. Um Platz für die Transformatorenstation zu schaffen, wurde ein 180’000-l-Dieseltank abgebaut. Das ewz garantiert 100 Prozent grünen Strom, was mit langfristigen Verträgen mit der Stadt Zürich abgesichert ist.

Batterie-Quartierbusse der VBZ von Hess TIR transNews
Stadtrat Michael Baumer (l.) und VBZ-Direktor Marco Lüthi weihten den neuen Bus mit seiner auffälligen Eigenwerbung persönlich ein.

Neben den elektrischen Quartierbussen verkehren seit diesem Frühling auch vier Batterie-Gelenkbusse des Herstellers MAN auf den Regionallinien 161 und 165 (linkes Seeufer). Ebenfalls ist der Einsatz von 15 zwölf Meter langen Elektro-Standardbussen von MAN ab Herbst 2022 geplant. Dazu kommen 21 weitere Batterie-Gelenkbusse, sodass die VBZ-Flotte Ende 2023 über 40 rein batterieelektrisch angetriebene Busse zählen wird. Dies zuzüglich zu den 83 ebenfalls rein elektrisch verkehrenden Trolleybussen und den 49 Hybridbussen, die sich bereits in der Flotte befinden. Für VBZ-Direktor Marco Lüthi steht fest: «Die Umsetzung der im Mai 2014 vorgestellten Elektrobusstrategie läuft auf Hochtouren. Das Ende der Dieselbusse naht in grossen Schritten.» Bereits 2025 liegt der prognostizierte CO2-Ausstosse der VBZ-Busse gegenüber 2016, als Energieverbrauch und CO2-Ausstoss der VBZ Busse ihren Höchststand erreichten, bei nur noch etwa der Hälfte und bis 2030 nur noch rund ein Drittel. Auf den Sitzplatz heruntergerechnet, verringert sich der CO2-Ausstoss gar um den Faktor fünf.

Hier geht es zum Erfahrungs-/Erkenntnisbericht der Probebetriebe.

Batterie-Quartierbusse VBZ Hess TIR transNews
Von den Quartieren zu Knotenunkten: Modernes, dezentes Interieur.
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