Robert Aebi emissionsfrei im Dienst der Gemeinde
KOMMUNALFAHRZEUGE Gibt es dasselbe Produkt sowohl mit Verbrennungs- als auch Elektromotor, favorisieren die Kommunen heute klar den Elektroantrieb. Wer als Lieferant mit seinem Portfolio nicht mithalten kann, hat bei Ausschreibungen das Nachsehen. Die Robert Aebi Landtechnik AG zeigte uns ihre Trümpfe.

Das erfolgreichste Produkt aus dem Sortiment der Robert Aebi Landtechnik AG ist der Allradtraktor von John Deere, im Schweizer Markt die klare Nummer eins. Dabei handelt es sich um ein eigentliches System, das sich durch allerlei Auf- und Umbauten sowie Anbaugeräte individuell konfigurieren lässt. Für Kommunal-Profitechnik ist die Abteilung «Turf» zuständig. Hier sind vor allem die folgenden Marken für den Umsatz zuständig:
- John Deere (mit Verbrennungsmotor)
- Goupil (mit Elektromotor) mit Aufbau ab Werk oder als Chassis-Kabine
- Multihog-Multifunktionsfahrzeug (mit Verbrennungsmotor)
- Club Car (Golf- und Transportfahrzeuge mit Elektro- oder Benzinmotor)
- Redexim (selbstfahrende Maschinen und Anbaugeräte für Natur- und Kunstrasen)
- SABO (handgeführte Rasenmäher mit Elektro- und Benzinantrieb)
Vom Golfplatz zum Werkhof
In diesem Artikel stellen wir explizit die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge der Robert Aebi Landtechnik AG vor. Am unteren Ende der Palette findet sich der Club Car Carryall. Das kleine, aus den USA kommende, sehr einfach zu bedienende und mit wenig Aufwand zu reparierende Elektromobil fährt trotz seines 48-V-Asynchron-Heckantriebs zwar nur maximal 25 km/h schnell, kann dafür aber als Kleinmotorfahrzeug eingelöst werden. Oder er kann – wenn er nicht in den öffentlichen Verkehr muss – auch ohne Strassenzulassung zum Einsatz kommen, wovon rund ein Viertel der Kunden Gebrauch macht. Es gibt ihn mit Strassenbereifung oder mit Rasenreifen sowie höherer Bodenfreiheit.

Grundsätzlich wird der Carryall – aus dem Englischen am ehesten mit «trägt alles» zu übersetzen – in der Grundvariante ohne geschlossene Kabine gekauft. Dafür sind Ein- und Ausstieg sehr bequem. Er verfügt über ein Aluchassis und es gibt ihn als Vierplätzer oder mit Brückenaufbau, der eine Europalette fasst (1,12 × 1,20 m) und bis zu 544 kg Nutzlast aufweist. Die Anhängekupplung zieht zwischen 150 und 450 kg. Die Reichweite der Blei-Säure-Batterie beträgt etwa 25 km, danach kann der Carryall an einer herkömmlichen 10-A-Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Mit diesen Attributen ist der Club Car vor allem auf Friedhöfen und in Baumschulen beliebt, aber auch Golfanlagen, Industrie, Hotelanlagen, Freizeitparks und Sportcampus schätzen seine Dienste.

Zero Emission aus Frankreich
Unter den Elektroherstellern geniesst die zum Polaris-Konzern gehörende französische Marke Goupil eine grosse Popularität. Das meistverkaufte Modell ist der G4 mit 1,2 m breiter Kabine und 36- bis 48-V-Asynchronmotor. Wahlweise gibt es ihn mit Blei-Säure- oder Lithium-Batterie (LiFePo4). Eine Lithium-Batterie bietet viele Vorteile, weshalb sich auch vier von fünf Goupil-Kunden dafür entscheiden: Sie wiegt nur ein Drittel der Blei-Säure-Batterie, gibt konstante Leistung ab, muss praktisch nicht gewartet werden, ist schneller geladen und darf auch zwischendurch an den Strom gehängt werden. Dafür ist sie allerdings deutlich teurer. Die kleinere Lithium-Batterie (9 kWh) wiegt 90 kg, verspricht eine reale Reichweite von 50 km und ist in fünf Stunden geladen, die grössere 14-kWh-Batterie wiegt 132 kg, schafft realistisch 80 km und ist in etwa zehn Stunden voll. Die Reichweiten sind stark abhängig von Ladegewicht, Topografie, Fahrverhalten und Verkehrsfluss (Stop & Go) – genauso wie bei Verbrennungsmotoren. Das dazugehörige Ladegerät ist im Fahrzeug integriert und kann an eine 220-V/16-A-Steckdose angeschlossen werden. Für die Batterien werden Mietservice und Rundum-sorglos-Paket angeboten. Die Robert Aebi Landtechnik AG bietet mit den eigenen Standorten und der Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern eine schweizweite Serviceabdeckung sowie Spezialanfertigungen an. Technischer Support und die Garantiegewährleistung werden zusätzlich durch mobile Kundendienstmitarbeiter abgedeckt.

Der G4 ist in zwei Radständen erhältlich und sowohl bei der Stadtreinigung wie auch Müllentsorgung beliebt. Aber auch Hauswartungen und Lieferdienste schätzen das kompakte Fahrzeug mit seiner niedrigen Ladehöhe von 70 cm. Es kann enge Wege und Trottoirs befahren und rollt sehr leise an den Passanten vorbei. Im Verhältnis zur Grösse und dem engen Wendekreis bietet es eine sehr grosse Nutzlast und mit 2,6 m² auch eine grosse Ladefläche. Mit der Lithium-Batterie beträgt die Nutzlast bis zu 1226 kg. Ab Werk sind verschiedene Aufbauten und Versionen erhältlich, darunter Müllverdichter, Hochentleerung, Kofferaufbau, Kühlaufbau, Pritsche, mit Rasenbereifung, Rechtslenkung oder Rückfahrkamera. Zugelassen ist das Fahrzeug für eine Breite bis 1,5 und eine Höhe von 2,5 m.

Sowohl als Lieferwagen als auch als Kleinmotorfahrzeug eingelöst, beträgt seine zulässige Höchstgeschwindigkeit jeweils 45 km/h. Als Lieferwagen zieht der G4 mit seinen 57 Nm Drehmoment bis zu 1,4 t Anhängelast. Als Kleinmotorfahrzeug ist es weniger, dafür darf er in diesem Fall mit dem Führerausweis F schon ab 16 Jahren gelenkt werden (sonst ab 18). So dürfen also auch Lehrlinge mit dem G4 fahren.
Darf es etwas mehr sein?
Der Goupil G5 erfüllt die etwas grösseren Ansprüche. Seine Kabine ist 1,4 m breit, in der Kipperversion bietet er 1 t Nutzlast, und so viel beträgt auch die Anhängelast. Den G5 gibt es nur mit Lithium-Batterie. Er ist ausschliesslich als Lieferwagen einlösbar und beschleunigt (auch dank höherem Drehmoment von 76 Nm) bis auf 70 km/h, die maximale technische Reichweite wird bei der 19-kWh-Batterie mit 171 km angegeben. Mit der 11,5-kWh-Batterie sind es noch 85 km. Die niedrige Ladehöhe (und Kippbrückenhöhe) von 70 cm teilt er mit dem G4. Für den G5 ist ein Modell-Update angekündigt und ab Frühjahr 2020 wird auch der noch kompaktere G2 erhältlich sein. Seine Eckdaten: 1,1 m Kabinenbreite, 30 km/h Höchstgeschwindigkeit, kleine Ladebrücke oder mit Kastenaufbau, mit oder ohne Türen, spritzfeste Innenausstattung, Strassenzulassung, Rasenbereifung, 600 kg Nutzlast und sowohl mit Lithium- als auch Blei-Säure-Batterien erhältlich.

Robert Aebi rechnet mit ungefähr zwei Franken Stromkosten pro 50 km. Demgegenüber stehen sechs Franken Treibstoffkosten für ein vergleichbares Dieselfahrzeug. Dazu kommt, dass Elektromotoren praktisch wartungsfrei sind. Das wird unbestritten die Zukunft sein. Die Vorgaben der Gemeinden lassen darüber nämlich keinen Zweifel aufkommen.
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