Am Alleskönner Caddy ist alles neu

VOLKSWAGEN CADDY Während im polnischen Werk in Poznan nach wie vor die vierte Generation des Caddy vom Band läuft, präsentierte VW Nutzfahrzeuge bereits den Nachfolger. Basierend auf dem modularen Querbaukasten, bietet der künftige Caddy fast alles, was auch der Golf 8 kann.

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Der neue Caddy – links als Kastenwagen, rechts in der PW-Variante.

«Der Caddy ist ein Alleskönner», sagte Thomas Sedran, CEO von Volkswagen Nutzfahrzeuge, bei der Präsentation in Düsseldorf, und hat damit nicht unrecht. Denn sowohl als Personenwagenvariante «Life» wie auch als Transporter­variante «Cargo» ist der kleine Van beliebt und erfolgreich. Mehr als drei Millionen Caddy wurden bisher gebaut, wobei sich das Fahrzeug von seinen Anfängen bis zur aktuellen Generation stark verändert hat. 2019 setzte die Amag 3284 Caddy und die längeren Caddy Maxi in der Schweiz ab, wobei sich die Life- und Cargo-Varianten in etwa die Waage hielten. Der Wechsel zur nächsten Evolutionsstufe – Markteinführung in der zweiten Jahreshälfte – stellt nochmals einen grossen Entwicklungssprung dar und bringt Pre­mium-Anmutung – beim Exterieur, am Cockpit und bei den Assistenzsystemen – in den Nutzfahrzeugsektor.

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In der Verbindung aus Digital Cockpit und dem 10-Zoll-Top-Navigationssystem entsteht eine neue digitale Anzeige- und Bedienlandschaft: das Innovision Cockpit.

In die Golf-architektur eingereiht Erstmals basiert der Bestseller, wie der Golf 8, auf dem modularen Querbaukasten (MQB). Dank des MQB halten neue Highend-Technologien Einzug in der Baureihe: Assistenzsysteme erhöhen Sicherheit und Komfort; vernetzte Infotainment- und digitalisierte Bediensysteme machen den Caddy zum Smartphone auf Rädern; das neue «Twindosing» lässt die Turbodieselmotoren (TDI) so sauber arbeiten wie nie zuvor. Gänzlich neu und auffallend sportlich präsentiert sich das Exterieur-Design. Gleichzeitig wurde das Platzangebot im Innenraum signifikant vergrössert. Der Stauraum beträgt nun 3,3 resp. 4,0 m³ (Caddy Maxi). Der Caddy 5 wird so zum Multifunktionsfahrzeug vom Stadtlieferwagen bis zum Einsatz als Familienvan. «Er ist das Schweizer Taschenmesser in seiner Fahrzeugklasse», brachte es Heinz-Jürgen Löw, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Volkswagen Nutzfahrzeuge, auf den Punkt.

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Bereits mitentwickelt wurde die Langversion Caddy Maxi.

Die Designer nutzten die Möglichkeiten, die sich durch den Plattformwechsel anboten, um auf dieser neuen Basis eine besonders charismatische und aerodynamische Karosserie zu realisieren. Der cw-Wert konnte von 0,33 auf nun 0,30 gesenkt werden – Benchmark im Segment dieser Fahrzeuggattung. Das Exterieur zeichnet sich durch zahlreiche neue Features aus: Dazu gehören optional die elek­trischen Zuziehhilfen für die Schiebetüren und die Heckklappe sowie ein besonders grosses Panoramadach mit 1,4 m² Glasfläche über der ersten und zweiten Sitzreihe. Ebenfalls neu: bis zu 18 Zoll grosse Leichtmetallräder sowie neue LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten (alles op­tional). Erstmals an Bord: das schlüssellose Start- und Schliesssystem Keyless Access (kurz Kessy) und in der Top­aus­führung das sogenannte Digital Cockpit.

Grösserer Innenraum Innen überzeugt die fünfte Generation mit neuen Hightech-Lösungen und deutlich mehr Platz. Die Langversion – der Caddy Maxi, der erst als Design-Prototyp gezeigt wurde – bietet nun zum Beispiel Raum für bis zu zwei Europaletten. Mit Normalradstand misst der neue Caddy in der Länge 4501 mm, das entspricht einem Plus von 93 mm gegenüber dem Vorgänger. Der Radstand wuchs dank MQB um 73 auf 2755 mm. Die Höhe sank beim PW auf 1797 mm (–25 mm), die maximale Lade­raumhöhe konnte trotzdem auf 1273 mm (+7 mm) ausgebaut werden. Dafür ist der Caddy breiter geworden, nämlich um 62 mm auf 1855 mm. Die Laderaumbreite konnte um 50 auf 1606 mm erweitert werden. Nun ist es möglich, eine Europalette auch hinten quer in den Laderaum zu verfrachten.

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Hierbei handelt es sich aber erst um ein sogenanntes Mock-up, also eine reine Designstudie.

Komplett neu entwickelt wurde die Architektur der Anzeigen- und Bedienelemente: Die interaktiven Schnittstellen zu Fahrer und Beifahrer bilden das neue optionale Digital Cockpit sowie die zwischen 6,5 und 10,0 Zoll grossen Radio- und Infotainmentsysteme. In der Verbindung aus Digital Cockpit und dem 10-Zoll-Top-Navigationssystem entsteht eine neue digitale Anzeige- und Bedienlandschaft: das Innovision Cockpit. Über eine Online Connectivity Unit (OCU) mit integrierter eSIM können die Infotainmentsysteme auf die mobilen Online-Dienste und -Funktionen von Volkswagen We zugreifen. Der neue Caddy ist somit immer vernetzt. Dies eröffnet Flottenmanagern neue Möglichkeiten, zum Beispiel mit «We Connect Fleet», das für gewerbliche Kunden als ­digitales Fuhrparkmanagementsystem entwickelt wurde. Die hier integrierten Features «digitales Fahrtenbuch», «digitales Tankbuch», «Fahreffizienz», «GPS-Ortung und Routenverlauf», «Verbrauchsanalyse» und «Wartungsmanagement» sparen in Unternehmen Zeit und Geld.

Mehr Sicherheit und Komfort Der Drehschalter für das Licht hat ausgedient, das Tastenfeld für Licht & Sicht übernimmt seine Rolle, links neben dem Lenkrad. Viele Menupunkte im zentralen Steuergerät sind zudem besonders komfortabel und schnell über Direkteinstiegstasten erreichbar. Darüber hinaus erleichtern neue, leistungsstarke und per Touch bedienbare LED-Innenleuchten, ergonomische Sitze und eine Stromversorgung für externe 230-V-Geräte das Leben an Bord. Neu ist auch ein Dachlüfter zur besseren Klimatisierung und schnelleren Standbelüftung im Fond. Sechs der neunzehn Assistenzsysteme sind komplett neu im Caddy. Dazu gehört der Travel Assist; er ermöglicht erstmals in einem Volkswagen-Nutzfahrzeug das assistierte Fahren über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. In Verbindung mit dem Travel Assist ist das neu konzipierte Multifunktionslenkrad zudem mit einer kapazitiven Sensorik ausgerüstet. Dank dieser Sensorik wird eine präzise und kraftfreie Berührungserkennung gewährleistet, sodass fehlerhafte Warnungen vermieden werden. Ebenfalls neu im Caddy: der aus dem Crafter bekannte Trailer Assist für das einfacher Rückwärtsrangieren mit Anhänger oder der Spurwechselassistent inklusive Ausparkassistent.

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Wahlweise gibt es asymmetrische Heckflügeltüren (Bild am Beispiel Caddy Maxi) oder eine Heckklappe.

Bei den Vierzylinder-TDI-Motoren des Caddy handelt es sich um Aggregate der neusten Entwicklungsstufe. Diese erfüllen bereits die Euro-6-Abgasstandards des Jahres 2021 und sind durchgängig mit Partikelfiltern ausgerüstet. Erstmals kommt für die zwischen 55 kW/75 PS und 90 kW/122 PS starken TDI-Motoren das neue Twindosing zum Einsatz; über zwei SCR-Katalysatoren und eine hiermit realisierte doppelte AdBlue-Einspritzung werden die Stickoxydemissionen (NOx) im Vergleich zum Vorgänger signifikant reduziert. Die TDI des Caddy von Volkswagen Nutzfahrzeuge gehören somit zu den weltweit saubersten Dieselmotoren. Zur Wahl stehen auch ein Turbobenziner (TSI) mit 84 kW/116 PS und ein aufgeladener Erdgasmotor (TGI). Je nach Motorversion liegt der prognostizierte Verbrauch des Caddy im Vergleich zum Vorgängermodell um bis zu zwölf Prozent tiefer.

Die Personenwagenversion des neuen Caddy wäre an der Geneva International Motor Show Anfang März zum ersten Mal einem breiten Publikum präsentiert worden.

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Familienfoto der vier Ahnen. Von links Caddy I, II, III und IV.
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