CitySnap: Mobile Packstationen als nachhaltige Lösung

LETZTE MEILE LOGISTIK Rinspeeds modulares Fahrzeug «CitySnap» will die Schwächen der heutigen Zustelllogistik ausmerzen. Herzstück des Fahrzeugs ist ein von der Luftfahrt inspiriertes und dort unter allen Wetterbedingungen weltweit erprobtes Wechselsystem.

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Gegen den Verkehrsinfarkt in der Innenstadt: «CitySnap» verringert Verkehrsaufkommen, Emissionen und Kosten.

Der weltweite Online-Handel – vor Covid-19 mit einem jährlichen Wachstum von ungefähr vier Prozent prognostiziert – ist in den vergangenen acht Monaten explodiert. Und ein Ende des exponentiellen Wachstums ist nicht abzusehen. Diese aussergewöhnliche Situation verlangt nach neuen und innovativen Zustelllösungen – und dies am liebsten kontaktlos, hygienisch und damit extrem kundenfreundlich. Mit modular aufgebauten Lieferfahrzeugen, die unter anderem mobile Packstationen selbstständig verteilen, abstellen und wieder einsammeln, stellt die Schweizer Konzeptschmiede Rinspeed ein spannendes Logistikkonzept vor. Die Case Study einer der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften hat Rinspeeds Concept-Fahrzeug «CitySnap» im Kontext der wachsenden Logistiknachfrage und den Entwicklungen im urbanen Raum beleuchtet. Die Szenarien zeigen – basierend auf den fünfzig grössten Städten Deutschlands – ein eindrucksvolles Sparpotential. Nicht nur könnten mit dem modularen Lieferfahrzeug die Letzte-Meilen-Kosten erheblich gesenkt, sondern auch die Anzahl der Zustellfahrzeuge bis zu 50 Prozent reduziert werden.

  • Die heutigen Zustellmechanismen auf der letzten Meile sind unbefriedigend und ineffizient.
  • Das werden auch Drohnen oder intelligente Roboter mittelfristig nicht kostengünstiger erledigen können.
  • Ein Just-in-Time-Treffen auf der Strasse zwischen Empfänger und Zustellfahrzeug ist ungeeignet, weil sich Verkehr und menschliches Verhalten nur sehr schwer vorhersehen lassen.
  • Wartet das Fahrzeug dagegen bis der Paketempfänger kommen kann, sinkt die Auslieferquote und die Zustellkosten steigen entsprechend.

Es muss also ein neues System her, das die Schwächen der heutigen Zustelllogistik ausmerzt – der «CitySnap». Herzstück des Fahrzeugs ist ein von der Luftfahrt inspiriertes und dort unter allen Wetterbedingungen weltweit erprobtes Wechselsystem. Im «CitySnap» macht es ganz neue Anwendungen möglich. Unter anderem kommt der gewünschte Service nun schnell und einfach zum Kunden, ganz egal wo der sich gerade befindet – zu Hause oder bei der Arbeit. Das können transportable Paketstationen sein, die für eine bestimmte Zeit für den Kunden zugänglich in seiner Nachbarschaft abgestellt werden. Auch mobile Points of Sale wie ein Tante-Emma-Bioladen sind denkbar.

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Packstationen auf Rädern, gleich ums Eck. Aufgestellt an leicht zugänglichen und gut beleuchteten Orten, an denen die Endkunden in einer sicheren Umgebung an ihre Pakete kommen.

Das vollautomatisierte Fahren, so eine Erkenntnis der CES 2020 in Las Vegas, wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. Deshalb ist der elektrisch angetriebene «CitySnap» vorerst auf einen menschlichen Fahrer ausgelegt. Allerdings beschränkt sich dessen Aktivität auf das Fahren. Später werden Computer und Sensoren seinen Platz im selbstfahrenden Fahrzeug einnehmen. Das Be- und Entladen des «CitySnap» mit den mobilen Packstationen funktioniert aber bereits heute schon automatisiert. Auch die Bestückung der Packstationen bietet weiteres Automatisierungspotenzial. Das besonders Interessante daran: Diese Art Pakete schneller und einfacher zum Kunden zu bringen, kann schon heute – mit menschlichem Fahrer – beginnen.

Das «CitySnap» Proof-of-Concept-Fahrzeug, das im Frühjahr 2021 der Weltöffentlichkeit präsentiert wird, zeigt eine kurzfristig umsetzbare Lösungsmöglichkeit für eine innovative, nachhaltige und effiziente Zustellung. Gespräche mit potenziellen Pilot-Partnern laufen.

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