Das Amuse-Bouche macht Appetit auf mehr
FORD Die Produktion des neuen Ford Transit Courier mit Benzin- und Dieselantrieb hat im rumänischen Ford-Otosan-Werk Craiova bereits begonnen. Sozusagen als Amuse-Bouche ergab sich für uns die exklusive Gelegenheit, die auf Herbst 2024 angekündigte Elektrovariante um den Rundkurs zu jagen.

Ein Amuse-Bouche der besonderen Art: Im Rahmen der ersten Testfahrten mit dem brandneuen Ford Transit Custom (er wurde im November 2023 zum Van of the Year 2024 gewählt) hatten wir die Gelegenheit, den ebenfalls komplett neuen Transit Courier in seiner batterieelektrischen Version zu fahren. Dazu waren wir auf dem Ford Lommel Proving Ground in Belgien unterwegs, auf dem Ford seit 1965 seine Fahrzeuge auf Herz und Nieren prüft.
Als Diesel und Benziner wird er bereits gebaut. Er war auch schon an diversen Messen ausgestellt, darunter an der transport-CH in Bern wie auch an der Solutrans in Lyon. Die beiden EcoBoost-Turbo-Dreizylinder-Benziner mit 1,0 Liter Hubraum sind wahlweise mit 74 kW (100 PS) oder 92 kW (125 PS) erhältlich, der 1,5 Liter grosse EcoBlue-Vierzylinder-Turbodiesel leistet 74 kW (100 PS). Ein Sechsgang-Schaltgetriebe ist serienmässig, während der stärkere Benziner auch mit einer neuen Siebengang-Doppelkupplungsautomatik erhältlich ist.
Mehr Nutzwert
Alleine schon nach den nüchternen Abmessungen bewertet, bringt der neue Courier mehr Nutzen. Der Laderaum wuchs in der Länge um 182 mm, in der Breite zwischen den Radkästen um 208 mm (womit nun zwei Europaletten Platz finden) und der Laderaum um 0,6 m³. Der maximale Nutzlastzugewinn wird bei der Elektroversion mit 118 kg angegeben, beim Verbrenner gar mit 260 kg. Zudem verfügt jeder E-Transit Courier über einen 44 Liter fassenden «Frunk» (Kreation aus den Worten ‚Front‘ und ‚Trunk‘, Stauraum unter der Motorhaube). Hinzu kommen zahlreiche neue und zeitgemässe Sicherheits- und Konnektivitäts-Features, Letztere dank dem System Sync4.

Die Elektro-Variante hat einen E-Motor mit 100 kW (136 PS) und wird bis maximal 145 km/h schnell. Mit dem On-Bord-AC-Ladegerät mit 11 kW lässt sich die Batterie in 5,7 Stunden von 10 bis 100 Prozent laden und mit einem 100-kW-DC-Schnelllader in weniger als 35 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Rechnet man die Werte hoch, so dürfte die Akku-Kapazität bei etwa 70 kWh liegen. Denn zu Batterie und Reichweite wurde noch nichts kommuniziert. Zur Wahl stehen die drei Fahrmodi Normal, Eco und Slippery (rutschig). Zudem kann die Rekuperation für One-Pedal-Driving stärker eingestellt werden.
Die ersten Fahreindrücke bestätigen die gute Arbeit am Transit Custom. Auch beim kleineren Courier hat Ford einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Fahrwerk und die sehr direkte Lenkung überzeugten und man fühlte sich sofort mit dem Fahrzeug vertraut. Während der Courier von aussen richtig Eindruck macht, folgen im Cockpit Form und Materialanmutung der Funktion. Und die Funktion ist nun mal, im harten Einsatz Geld zu verdienen. Deshalb kommt vor allem robuster und widerstandsfähiger Kunststoff zur Anwendung, was das Ambiente also eher nüchtern macht. Eine «offizielle» Fahrpräsentation des Courier ist in diesen Tagen, Anfang 2024, angekündigt. Nach diesem Amuse-Bouche freuen wir uns auf das ganze Menü.
