Mit neuer Power auf der Suche nach dem Limit

POWER-PICK-UPS Volkswagen ersetzte den 224-PS-Topmotor im Pick-up Amarok mit einer stärkeren 258-PS-Variante. Für unwegsames und vor allem steiles Gelände macht aber auch die handgeschaltete 204-PS-­Variante ihren Job richtig gut.

VW Amarok TIR transNews
Den Reifendruck auf 1,1 bar gesenkt und mit der richtigen Technik bei 38 Grad aussen und 22 Grad innen durch den Wüstensand – der VW Amarok lässt einen nicht im Stich.

Volkswagen Nutzfahrzeuge statten ihren Pick-up Amarok schon länger ausschliesslich mit einem Dreiliter-V6-Diesel aus. Das bisherige Leistungsspektrum bestand aus 163, 204 und 224 PS (Letzterer wie die V6-X-Klasse mit 550 Nm maximalem Drehmoment). Nach der Premiere der Mercedes-Benz X-Klasse mit V6 am diesjährigen Automobilsalon Genf passten VW ihren Topmotor kurzerhand an den Wettbewerber an. Die Leistung wurde um 34 auf 258 PS angehoben (also Gleichstand), das maximale Drehmoment stieg gar auf 580 Nm (30 Nm mehr als bei der X-Klasse).

TESTFAHRT AM LIMIT Auf ausgedehnten Testfahrten in Oman am östlichsten Punkt der arabischen Halbinsel – dort sowohl auf richtig steilen Schotterpisten bis auf 2000 m ü. M., geröllbedeckten trockenen Flussläufen (sogenannten Wadis) als auch im feinen Wüstensand bei bis zu 38 Grad und mit entlasteten Pneus – zeigte sich einmal mehr, dass der Amarok zu Recht zum Pick-up des Jahres 2018 gewählt wurde. Verarbeitung und Materialgüte sind tadellos. Das Cockpit ist nicht nur sehr funktional, sondern auch schick. Die Klimaanlage arbeitete zwar pausenlos, aber unangestrengt und die Nadel der Wassertemperaturanzeige verharrte unbeirrt wie festgeklebt genau in senkrechter Position. «Thermische Probleme? Kenne ich nicht», scheint der Amarok uns gelangweilt mitteilen zu wollen. Das Fahrwerk ist ausgeglichen und versüsst lange Fahrten mit hohem Komfort. Die serienmässigen 3+2-Blattfedern ermöglichen eine Zuladung von bis zu 1050 kg. Offroad-ABS und Bergabfahrassistent sorgen für ein sicheres Gefühl auch bei ungeübten Fahrern. Zudem schützen Stahlbleche das Getriebe und den Tank vor Steinschlag und aus dem Boden ragendem Geäst.

HANDSCHALTUNG ODER AUTOMATIK? Bis letztes Jahr war der Amarok serienmässig mit 8-Gang-Automatik ausgerüstet. Während der erste Gang speziell für das Anfahren im Hängerbetrieb optimiert wurde, reduziert der achte Gang den Dieselverbrauch durch niedertouriges Fahren auf langen Strecken. In praktisch allen Situationen ermöglicht das Schaltprogramm eine komfortable Fahrt, sodass man sich auf die Strasse, den Anhänger oder das Gelände konzentrieren kann.

Inzwischen ist die 204-PS-Variante auch mit 6-Gang-­Hand­schaltung und Reduktionsgetriebe erhältlich. Den 163-PS-Pick-up, das Arbeitstier, gibt es sogar nur handgeschal­tet (und wahlweise als 4×2). Die Konfiguration 204 PS mit Handschaltung hat es uns im Gebirge besonders angetan. Klar, 258 PS und 580 Nm lassen keine Wünsche offen, mit der Overboost-Funktion sind kurzzeitig sogar 272 PS möglich, die den 2,1 Tonnen schweren Wagen lustvoll nach vorne katapultieren. Doch Situationen, in denen man mit einem solchen Fahrzeug die enormen Leistungsreserven des Topmotors anzapfen muss, sind ehrlich gesagt selten. 204 PS und die bereits beachtlichen 500 Nm Drehmoment waren in jeder erlebten Situation ausreichend, selbst das Reduktionsgetriebe musste (ausser, um es auszuprobieren) nie bemüht werden.

Dass wir uns richtig verstehen: Die 8-Gang-Automatik ist grundsätzlich die richtige Wahl, insbesondere, wenn das Fahrzeug von verschiedenen Personen gefahren wird. Und die neue Top-Motorisierung ist ein Leckerbissen. Aber die Alternative ist, insbesondere im Einsatz als Offroader, genauso eine Überlegung wert. Den VW Amarok 3,0-l-V6-TDI mit 258 PS und 580 Nm gibt es ab sofort ab 45’890 Franken (exkl. MwSt., Version Highline) zu bestellen, mit 204 PS mit Handschaltung ab 38’270 Franken (Comfortline).

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