Die ersten Volta Trucks laufen in Steyr vom Band
NEUER PLAYER IM MARKT Volta Trucks mit Firmensitz in Schweden hat die europäische Gesamtfahrzeug-Typengenehmigung für den 16-Tonnen-Elektro-Lastwagen Volta Zero erhalten. Die Serienproduktion im österreichischen Steyr ist soeben angelaufen.

«Der Erhalt der europäischen Typengenehmigung für das gesamte Fahrzeug ist ein grosser Meilenstein für Volta Trucks und für unsere Mission, die Strassen der Innenstädte für alle sicherer und nachhaltiger zu gestalten», sagt Essa Al-Saleh, CEO von Volta Trucks, anlässlich der Zertifizierung. Dass das von Grund auf neu entwickelte Fahrzeug die strengen und anspruchsvollen Tests so schnell bestanden habe, sieht Al-Saleh als Beweis für die gute Arbeit des Technik- und Entwicklungsteams von Volta. Die ECWVTATypengenehmigung erlaubt es einem Hersteller, das Fahrzeug in Serie zu produzieren und zu vermarkten. Unter Aufsicht verschiedener internationaler technischer Dienste und der Zulassungsbehörde von Luxemburg SNCH wurden beim Volta Zero eine Vielzahl von System- und Einzelteileprüfungen durchgeführt, darunter auch die Einzelkomponenten wie Bremsen, Lenkung, Beleuchtung und Verglasung sowie die diversen Fahrzeugsicherheitssysteme. Mit diesem Zertifizierungsverfahren stellen die Behörden sicher, dass alle Fahrzeuge die strengen und einschlägigen Standards von Umweltschutz und Sicherheit erfüllen.
Letzte Meile
Der Volta Zero ist spezifisch auf den Einsatz für Letzte-Meile-Lösungen ausgelegt und vorerst auf 16 Tonnen Gesamtgewicht ausgelegt. Leichtere und auch schwerere Versionen befinden sich in Entwicklung. Eines der auffälligsten Merkmale des rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugs ist die Führerkabine. Sie ist auf den Umstand hin zugeschnitten, dass Fahrer von Zulieferdiensten sehr oft aus dem Fahrzeug aus- und einsteigen müssen, weshalb der Volta Zero mit praktisch trottoirhohem Innenboden konzipiert wurde. Zudem sitzt der Fahrer mittig in der Kabine, für etwaige Beifahrer stehen Sitze links und rechts bereit. Mit einer modularen Batterie, die maximal 225 kWh Kapazität aufweist, lassen sich Reichweiten zwischen 150 und 200 Kilometer bewerkstelligen.

Die Zertifizierung erfolgte kurz vor der Auslieferung von Vorserienfahrzeugen, welche bei Kunden in ganz Europa als Teil einer Pilotflotte in Betriebe gehen sollen. Die eigentliche Serienproduktion im österreichischen Steyr startet nun ebenfalls in diesen Tagen mit der Auftragsfertigung von nun nach individuellen Kundenwünschen konzipierten Fahrzeugen. Gemäss Volta Trucks ist die Fabrikation sehr flexibel gestaltet, sodass der offenbar grossen Nachfrage nach dem speziellen E-Truck problemlos nachgekommen werden könne.
Gefördert
Potenzielle Kunden in Deutschland werden sich zudem freuen, dass Anfang April 24,6 Mio. Euro an Fördermitteln für insgesamt 151 Volta Zero vergeben wurden. Kundenbestellungen profitieren davon noch bis im Juni 2023, wobei Volta Trucks damit rechnet, noch im laufenden Jahr erste bevorschusste Volta Zero an deutsche Kunden ausliefern zu können.

Türen schwingen nach aussen und parallel zum Fahrzeug auf.
Für Service und Unterhalt der Fahrzeuge baut die Firma ein Netz von sogenannten Volta Trucks Hubs auf. Die ersten Hubs stehen südlich von Paris und in London, sowie einer in Madrid und in Duisburg. Die Wahl der Standorte ist ein klarer Indikator dafür, auf welche Länder Volta Trucks die Marktprioritäten bei der Einführung legt.
Auftragsbücher bereits gut gefüllt
Bis zu 14’000 Stück der 16-Tonnen-LKW mit reinem E-Antrieb von Volta Trucks sollen bei Steyr Automotive pro Jahr vom Band laufen. Die Bestellungen für die ersten Volta Zero sind schon unterzeichnet: 1500 Stück von DB Schenker und 1000 Stück von Petit Forestier sollen geordert sein. Geliefert werden die ersten Fahrzeuge voraussichtlich im Herbst. Steyr Automotive baut schon länger für den schwedischen Hersteller Volta Trucks E-LKW, bislang waren das aber Prototypen. Steyr Automotive wurde wegen seiner jahrelangen Erfahrung im Nutzfahrzeugbau gewählt und weil hier die Produktion sehr schnell anlaufen kann. Gleichzeitig werden so 700 Arbeitsplätze geschaffen, weitere 2000 innerhalb der gesamten Lieferkette, schätzt Volta Trucks.