Geballte V8-Power für die Stirnimann Transport AG in Menznau
ABLIEFERUNG Eigentlich wollte Armin Stirnimann nur für sich eine neue und zusätzliche Sattelzugmaschine bestellen, doch der Test mit der 660er-Sattelzugmaschine überzeugte dermassen, dass auch gleich die beiden bestehenden R500 A 6×2/4 NB Sattelzugmaschinen durch R660 A 6×2/4 NB ersetzt wurden.

Vor über 63 Jahren wagte Oskar Stirnimann, der Vater von Armin, mit einem Lastwagen und Kippbrücke den Schritt in die Selbständigkeit. Bald wurde ein 2000 Liter Eichenfass angeschafft, das hervorragend auf die Kippbrücke passte, so konnten neben Kippertransporten auch erste Flüssigtransporte angeboten und durchgeführt werden. Mit diesem Eichenfass wurde Molke und Buttermilch von diversen Käsereien zu verschiedenen Schweine-Mastbetrieben transportiert.
Rund zehn Jahre später baute Oskar Stirnimann den Flüssigkeitstransport weiter aus, indem er einen ersten Lastwagen mit Edelstahl-Tank kaufte. Dies war ein weiterer Meilenstein, um fortan flüssige Lebensmittel weit über die Kantonsgrenze hinaus transportieren zu können. Mitte der 1980er Jahre übernahm dann Sohn Armin einen der inzwischen drei eingesetzten Lastwagen und gründete die Armin Stirnimann Transporte. Voller Elan baute er das Business weiter aus, beschaffte sich neue Aufträge und musste dafür in zusätzliche Nutzfahrzeuge investieren. Mit den Jahren kam eine eigene Lager- und Einstellhalle mit integrierter Werkstatt hinzu und das Geschäft wuchs stetig weiter.

Im Jahr 1995 wurde dann aus der Armin Stirnimann Transporte die Aktiengesellschaft Stirnimann Transport AG und das Dienstleistungsangebot auf den Handel von Buttermilch für die Kälbermast, Handel von Molke für die Schweinemast, Mineralöltransporte und Handel von Diesel, Heizöl und Benzin erweitert. 2006 kam noch der Milchtransport hinzu, indem man von über 450 Bauern tagtäglich die Milch einsammelte und zu den Verarbeitungsbetrieben transportierte. Aus gesundheitlichen Gründen musste dann Armin Stirnimann 2008 seine inzwischen auf 15 Fahrzeuge angewachsene Fahrzeugflotte mitsamt 38 Mitarbeitenden verkaufen.
Vier Jahre später und wieder voller Tatendrang konnte er «seine» Aktiengesellschaft wieder zurückkaufen und startete mit einem Tank-Fahrzeug einen Neuanfang. Zu sehr hatte er seine Aufgaben und Fahrzeuge vermisst, floss doch immer noch «Diesel» durch seine Adern. Seit nunmehr fünf Jahren unterstützt ihn auch sein Sohn Stefan, der seinerseits im letzten Jahr mit der Übernahme von Aktien den Weiterbestand und somit auch die Nachfolge sicherstellte.

G33-Getriebe mit Segel-Funktion
Da das Transportvolumen stetig anwuchs, wollte Armin Stirnimann für sich noch eine zusätzliche dritte Sattelzugmaschine beschaffen. Dafür bekam er von Christian Leuenberger, ehemaligem Scania Verkaufsberater und heute im wohlverdienten Ruhestand befindend, eine V8-Sattelzugmaschine zum Testen zur Verfügung gestellt. Dabei konnte sie nicht nur durch die V8-Power und das hohe Drehmoment überzeugen. Am meisten beeindruckte Armin Stirnimann das neue Scania G33-Getriebe mit dem neuen Overdrive, der das Fahrzeug bei geringem Lastbetrieb «segeln» lässt. Dabei dreht der Motor mit knapp 850/min und die Komposition rollt eigentlich nur so vor sich hin. Sollte dann wieder einmal eine Steigung kommen, schaltet das Getriebe kurz einen Gang zurück, um keine Geschwindigkeit zu verlieren und schaltet dann wieder hoch in den Overdrive.
Diese neue «Segel-Funktion» sorgt dafür, dass der Treibstoffverbrauch bis zu 3 Liter weiter reduziert werden konnte. Dies alles überzeugte Armin Stirnimann dermassen, dass er für sich gleich ein solches Fahrzeug in Bestellung gab. Am letzten offiziellen Arbeitstag von Christian Leuenberger, der ihm während den letzten Jahrzehnten über 40 neue Lastwagen verkauft hatte, wurde um 22 Uhr noch ein letztes Mal der Kugelschreiber gezückt und ein weiterer Kaufvertrag über zwei zusätzliche R660 A 6×4/4 NB Sattelzugmaschinen unterschrieben, welche die beiden R500 A 6×2/4 NB ersetzen sollten.

Errscheinungsbild von Stirnimann Transport gleich miterneuert
Mit dem Kauf und der Inbetriebnahme der drei vollluftgefederten Sattelzugmaschinen entschied man mit der Calag in Langenthal auch gleich das Design, um das bislang bekannte Erscheinungsbild einer Modernisierung zu unterziehen. Waren früher die Fahrzeuge in Silber lackiert und mit drei unterschiedlichen blauen Streifen verziert, so kommen sie neu in den Farben Blau und Silber, unterbrochen durch ein schwarzes Band daher, was die Fahrzeuge schon von weitem viel moderner und dynamischer macht. Die schon früher rot lackierten Radnaben runden das neue Erscheinungsbild der Stirnimann Transport AG ab.
Auf den ersten Blick nicht erkennbar, jedoch bei näherem Hinschauen fallen dann die sehr dezent realisierten Kuh-Scherenschnitt-Zeichnungen oberhalb der Türen auf. Doch nicht nur seitlich an den Fahrzeugen, im gesamten Firmenauftritt, der Korrespondenz oder überall dort, wo Stirnimann Transport AG steht, prägen diese Kuh-Scherenschnitt-Zeichnungen das neue Erscheinungsbild und widerspiegeln den Ursprung der Unternehmung und deren Haupttätigkeit.
Doch was wäre das neue und wunderschöne Erscheinungsbild, wenn die neuen Fahrzeuge nicht durch einen kräftig zupackenden Scania-V8-Motor angetrieben würden. Dessen Meinung war jedenfalls Armin Stirnimann und so wurde die zweitstärkste V8-Motorenvariante mit 660 PS und einem satten Drehmoment von 3300 Nm bestellt. Diese geballte Ladung an Leistung gelangt dann über das neue 14-Gang G33CM-Getriebe und «Clutch on Demand»-Kupplungssystem auf die angetriebene dritte Achse.
Was von aussen schon von weitem auffällt, wird durch die Innenausstattung noch mehr getoppt. Alle drei neuen Sattelzugmaschinen mit CR20H Kabinen wurden dafür von einem Holländischen Innenraum-Designer komplett nach den Wünschen von Stefan und Armin Stirnimann sowie der Fahrer Philipp Scherer, Timo Iseli und Beat Rast umgestaltet und veredelt. Dabei ist keines der drei Fahrerhäuser gleich wie die anderen. Immer wieder entdeckt man neue und individuell gestaltete Details.

Im Zwei-Schichtbetrieb unterwegs
Gefahren werden die drei Fahrzeuge natürlich auch. So legt das erste Fahrzeug mit Philipp Scherer und Beat Rast jedes Jahr rund 150’000 km zurück, das zweite mit Stefan Stirnimann und Timo Iseli weitere 130’000 km und das dritte Fahrzeug von Armin Stirnimann selbst legt inzwischen auch 80’000 Jahreskilometer zurück. Um solche Kilometer-Leistungen überhaupt erzielen zu können, müssen die ersten beiden Fahrzeuge während sieben Tagen in der Woche und während 365 Tagen im Jahr unterwegs sein und transportieren so im Zwei-Schichtbetrieb Milchnebenprodukte von Käsereien zum Weiterverarbeitungs-Betrieb.
