GOH!, die Wasserstoff-Initiative aus der Romandie
SCHWEIZER WASSERSTOFF-LKW Mit dem Projekt «GOH! – Generation of Hydrogen» wurde eine weitere Initiative in Sachen Wasserstoff beim LKW aus der Taufe gehoben. GOH! ist in der Romandie angesiedelt und sieht den Bau, den Test und den Betrieb eines von «grünem» Wasserstoff angetriebenen 40-Tonnen-Anhängerzugs vor.

Der Elektroantrieb zählt auch beim Lastwagen zu den grossen Entwicklungsschwerpunkten der OEMs. Meist ist dabei die Rede von einem sogenannt batterieelektrischen Antrieb, der jedoch wegen Batteriegewicht und Reichweite im Langstreckenverkehr aktuell ohne Umsetzungschancen ist. Das würde mit einer Brennstoffzelle anstelle der Batterie anders aussehen und den lokal emissionsfreien Betrieb quer durch die Schweiz ermöglichen.
Vier Spezialisten In Genf wurde Anfang Oktober GOH! vorgestellt, wobei der englische Ausdruck «Generation of Hydrogen» für Wasserstofferzeugung steht. GOH! hat zum Ziel, das Gesamtsystem für Brennstoffzellen-LKW aufzubauen und zu testen. Dabei haben sich vier ganz unterschiedliche Akteure zusammengetan, um die für die Umsetzung und den Betrieb nötigen Aspekte abdecken zu können. Es ist die Migros-Genossenschaft Genf, die den Lastwagen für die Warenverteilung an ihre Filialen in der ganzen Romandie einsetzen wird. Gebaut wird der Lastwagen von der Larag (Lastwagen Reparatur AG), wobei die Larag die von der Firma GreenGT hergestellte Wasserstoffantriebstechnik in das Chassis eines Fahrzeugs des russischen Lastwagenbauers Kamaz einbaut. Produziert wird der Wasserstoff fossilfrei von den Genfer Stadtwerken (Services Industriels de Genève SIG). Koordiniert werden das Projekt und die Arbeiten der vier sehr unterschiedlich ausgerichteten Partner von der privaten, gemeinnützigen Stiftung Fondations Nomads.

Ziel ist es, in einem ersten Schritt die wirtschaftliche und technische Realisierbarkeit eines ökologischen und regionalen Wasserstoffsystems aufzuzeigen. Mit diesem soll schliesslich auch schweren Nutzfahrzeugen ermöglicht werden, ihren CO2-Fussabdruck reduzieren zu können. Zum Gesamtsystem gehört auch der Aufbau einer neuausgerichteten Schulung, damit alle Partner aus den verschiedenen Sektoren zielführend mit der neuen Technologie umgehen können. Der erste Larag/GreenGT-Lastwagen soll Mitte 2020 in Betrieb gehen können; bis dahin sollte die SIG auch mit der grünen Wasserstoffproduktion bereit sein.
WasserstoffLand Schweiz Mit dem Westschweizer Projekt laufen hierzulande bereits mehrere vielversprechende Ansätze, welche den unabdingbaren Wasserstoffökosystemen zum Durchbruch verhelfen werden. Als bereits eine Stufe weiter bewerten wir dabei die von H2Energy vorangetriebene schweizweite Initiative, welche ebenfalls den Energiesektor (Hydrospider), die Nutzung (H2 Mobilität Schweiz) und die Fahrzeuge (Hyundai Hydrogen Mobility) zusammenbringt. Die Migros ist übrigens ausser im GOH! auch im Förderverein H2 Mobilität Schweiz dabei.