Schwerverkehrskontrollzentrum A2 Giornico
GOTTHARDROUTE Am 2. Dezember 2022 wurde das neue Schwerverkehrskontrollzentrum (SVKZ) in Giornico TI auf dem Gelände des stillgelegten Stahlwerks Monteforno offiziell in Betrieb genommen. Alle Infos im Video.
Das neue Schwerverkehrskontrollzentrum (SVKZ) in Giornico ergänzt das bestehende Zentrum in Ripshausen im Kanton Uri und ist eines von 13 Kompetenzzentren, die der Bund zur wirksamen Lenkung des alpenquerenden Schwerverkehrs in der ganzen Schweiz geplant hat. Insgesamt wurden 250 Millionen Franken in dieses Projekt investiert, dank dem die Sicherheit für die Nutzerinnen und Nutzer der Autobahn verbessert werden kann.

Dank dem SVKZ kann künftig der Schwerverkehr in Richtung Norden dosiert werden, wodurch sich die heutigen logistischen, sicherheits- und umwelttechnischen Probleme deutlich entschärfen dürften. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei Ereignissen (z. B. Pannen, Schneefall, Zollsperren) auch das Verkehrsaufkommen in Richtung Süden gesteuert werden kann und die Abstellplätze des SVKZ für die Nacht- und Ruhezeiten auch als Warteraum für Lastwagen dienen können.
Der Planungsprozess für das Projekt begann im Jahr 2003, als das Umwelt-, Verkehrs- und Baudepartement (Dipartimento del territorio) des Kantons Tessin mittels Variantenstudie die Projektierungsgrundlagen erarbeitete und die Grösse und den Betrieb des Zentrums festlegte. Im Zuge der Eigentumsübertragung der Nationalstrassen von den Kantonen auf den Bund wurde das Vorhaben 2008 vom Astra übernommen, angepasst und aufgelegt.
Die Lage am Fusse der Auffahrtsrampe zum Gotthard-Strassentunnel ist strategisch ideal für die Kontrolle der Lastwagen. Der neue Autobahnanschluss Giornico-Bodio, der gleichzeitig mit dem Schwerverkehrskontrollzentrum für den Verkehr eröffnet wurde, verbindet das SVKZ direkt mit der Autobahn A2.

Das Gebäude 1 (Hauptgebäude) dient administrativen Zwecken und beherbergt Büros, Konferenz-, Technik- und Lagerräume, die Kasse sowie ein Mindestangebot an Einrichtungen für die Chauffeurinnen und Chauffeure. Es hat die Form eines grossen Portals, unter dem alle Lastwagen durchfahren. Hier erfolgt die Triage der Fahrzeuge: Nach der Kontrolle von Gewicht und Höhe wird entschieden, ob die Chauffeurin oder der Chauffeur direkt weiterfahren darf oder ob weitere Überprüfungen erforderlich sind.
Das Gebäude 2 ist eine grosse Halle, in der neben einer Werkstatt mit den nötigen technischen Einrichtungen für die Kontrolle der Bremsen, der Lichter und der Abgasanlage usw. auch die Arbeitsplätze des Kontrollpersonals mit den zugehörigen Betriebsräumen untergebracht sind.
Fahrzeuge, die stillgelegt werden müssen oder deren Ladung beschlagnahmt wird, sowie eingezogene Fahrzeuge können schliesslich im Gebäude 3 parkiert werden.
Bis zur Fertigstellung der Multiservice-Anlage bietet das SVKZ dank der Ladestationen sowie der Flüssigerdgas- und Wasserstofftankstellen auch moderne Betankungs- und Lademöglichkeiten für leichte und schwere Fahrzeuge.
