Zehn weitere Elektro-LKW von Volvo für Dreier AG

ELEKTRIFIZIERUNG Die Dreier AG aus Suhr hat kurzfristig nochmals zehn schwere Elektro-Lastwagen von Volvo Trucks beschafft, die noch in diesem Jahr auf die Strasse kommen. Dadurch werden bei der Dreier AG Ende Jahr bereits 24 Elektro-Trucks im Einsatz stehen.

Die Dreier AG sieht vor, bis Ende 2026 total 74 batterieelektrische Lastwagen in Betrieb zu nehmen, zehn davon nun früher als geplant.
Die Dreier AG sieht vor, bis Ende 2026 total 74 batterieelektrische Lastwagen in Betrieb zu nehmen, zehn davon nun früher als geplant.

Die Dreier AG ist gut in die Elektromobilität gestartet. 14 Elektro-LKW sind heute für das Transportunternehmen im Einsatz – zwölf davon in der Schweiz und zwei in Süddeutschland – und legen monatlich leise und abgasfrei über 100 000 km zurück, in Summe bis heute über 600 000. «Das erste Jahr war die ‚Trial-and-Error‘-Phase», erklärt Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Dreier. «Anfangs hatten wir mit Kommunikationsproblemen zwischen den E-LKW und den Ladesäulen zu kämpfen. Doch Siemens und Volvo Trucks machten ihre Hausaufgaben und bald lief alles reibungslos, sodass wir Monat für Monat die Kilometerleistung steigern konnten. Und nachdem die Chauffeure einige Touren mit einem E-LKW gefahren sind, wollen sie ihn nicht mehr aus der Hand geben. Auch bei der Kundschaft sind die E-LKW hervorragend angekommen.»

Dann erhält Dreier das Angebot von Volvo Trucks, kurzfristig eine kleine Serie vorzeitig zu übernehmen. «Zuerst haben wir uns dagegen entschieden», so Hans-Peter Dreier. «Doch dann kam ein interner Aspekt hinzu. Im Weihnachtsgeschäft benötigen wir mehr Autos als sonst. Deshalb planten wir die Ersatzbeschaffung der Diesel-LKW bis anhin auf den Herbst hin und behielten die zu ersetzenden Lastwagen noch bis zum darauffolgenden Frühling, bevor sie in den Export gingen. Für diesen Herbst haben wir keine Diesel-LKW mehr bestellt und wollten stattdessen die ‹alten› Lastwagen noch etwas länger nutzen und nochmals für die MFK aufbereiten lassen. Doch weil sich einerseits abzeichnete, dass die Werkstätten überdurchschnittlich ausgelastet und daher wenig Zeit für die MFK-Bereitstellung der ‹alten› Trucks hätten und andererseits die Lieferfristen der Hersteller im 2025 wieder länger zu werden drohen, haben wir dann doch zugegriffen. So konnten wir nicht nur das Risiko von Verspätungen bereits bestellter Elektro-Trucks verschiedener Marken reduzieren, sondern uns auch die Investition in die MFK-Bereitstellung der alten Diesel-LKW sparen, immerhin eine fünfstellige Summe.»

Fünf neue Sattelzugmaschinen sind ebenfalls Teil des Pakets, das noch diesen Herbst auf die Strasse kommt.
Fünf neue Sattelzugmaschinen sind ebenfalls Teil des Pakets, das noch diesen Herbst auf die Strasse kommt.

Dreier AG Flotte auf Infrastruktur abgestimmt

Das Volvo-Trucks-Zehnerpaket besteht aus fünf Sattelzugmaschinen, drei Fahrgestellen für Wechselbrücken und zwei mit Festaufbau mit 2,90 m Innenhöhe. «Damit können wir auch die Baustoffkunden bedienen», erklärt Dreier. «Unsere Baustoffabteilung meldete nämlich eine konkrete Nachfrage an.»

Die Fahrzeuge werden ab Ende September geliefert und aufbereitet und kommen ab Oktober zum Einsatz. Dies ist nur möglich, weil die erste Ausbauphase des eigenen Ladeparks in Egerkingen per Ende September mit dem Anschluss des ersten eigenen Trafos abgeschlossen sein wird. In Phase zwei soll die Kapazität mit einem zweiten (bereits bestellten) Trafo bis auf 23 Ladeplätze hochskaliert werden können.

Heute werden die Dreier-E-LKW noch an einer 360-kW-Ladestation (mit je zwei Anschlüssen) sowohl in Egerkingen als auch Oberentfelden (ehemaliges GE-Areal) sowie an externen Stationen geladen. «Sobald die E-LKW mit 500 Kilometer Reichweite da sind, können wir fast ausschliesslich in unserer Basis in Egerkingen laden. Zuerst werden die Fernverkehrs-LKW auf jenen Touren eingesetzt, auf denen heute zwischengeladen werden muss. Dann kann der Chauffeur Pause machen, wo er will und nicht, wo eine Ladestation steht. Unsere Fahrer berichten zudem immer öfter, dass Ladestationen entlang der Autobahnen besetzt sind und sie etwas warten müssen. Und wenn unsere Bundesverwaltung nicht in die Gänge kommt und rasch in eine flächendeckende Infrastruktur investiert, wird das nur noch schlimmer.»

Drei der Volvo FH Electric Fahrgestelle sind für den Einsatz mit Wechselbrücken vorgesehen.
Drei der Volvo FH Electric Fahrgestelle sind für den Einsatz mit Wechselbrücken vorgesehen.

Blick über 2030 hinaus

Für die E-LKW der ersten Generation rechnet Dreier mit einer Einsatz- resp. Amortisationszeit von sechs Jahren. «Das ist für uns das Minimum. Wenn die Batterien dann immer noch gut sind, setzen wir sie weiter im Nahverkehr mit geringeren Distanzen ein», so Dreier. «Im Moment sind wir ja gezwungen, möglichst viele Kilometer zu fahren, um den LSVA-Vorteil ausnutzen zu können.»

Bei der zweiten Generation mit Reichweiten ab 500 Kilometern rechnet Dreier mit acht Jahren Einsatzdauer. «Weil heute bisher nicht klar ist, wie es nach 2030 mit der LSVA weitergeht, ist es wichtig, so früh wie möglich einzusteigen. Deshalb geben wir auch so Vollgas.» 2025 werden nochmals etwa 30 E-Trucks geliefert. Dann hat sich die Dreier AG zum Ziel gesetzt, über drei Millionen Kilometer mit Strom anstatt Diesel zu fahren und dadurch rund 1850 Tonnen CO₂ einzusparen. Und für 2026 sind weitere 20 Elektro-LKW vorgesehen. Hans-Peter Dreier betont jedoch, dass die Dreier AG weiterhin von ihrem Weg überzeugt ist, beim Treibstoff auf einen Dreiklang aus Strom, HVO und – vor allem auf den internationalen Routen wie nach Marokko – Diesel zu setzen.

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