Drohnen-Auslieferung in Zürich: mit der Weltpremiere zufrieden
Während dreier Wochen sammelten Mercedes-Benz Vans, Matternet und Siroop in Zürich Erfahrungen mit einem neuartigen Lieferkonzept mit Drohnen-Auslieferung als Bestandteil. Weltweit erstmalig fanden dabei Drohnen-Auslieferungen mit echten Bestellungen und in urbanem Gebiet statt.

Am 28. September war TIR transNews Zeuge einer Weltpremiere, als in Zollikon die weltweit erste Drohnen-Auslieferung auf Stadtgebiet stattfand. Mercedes-Benz Vans, Silicon-Valley-Drohnensystem-Entwickler Matternet und der Schweizer Online-Marktplatz Siroop führten im Grossraum Zürich ein Pilotprojekt für effiziente Lieferungen von e-Commerce-Produkten per Transporter und Drohne durch. Zum ersten Mal fanden umfangreiche Drohneneinsätze autonom und ohne Sichtkontakt in einem urbanen Umfeld statt, mit Transportern als Landeplattformen. «Uns ging es bei diesem Pilotprojekt darum zu lernen, wie so etwas prozessual läuft», erklärt Thomas C. Rosenthal, Mediensprecher adVANce & Future Transportation bei Daimler, auf Anfrage. «Denn einen derart langen Test mit einem echten Bestellsystem über solche Strecken und über bewohntem Gebiet gab es noch nie. Das alles zu integrieren, ist mit grosser Komplexität verbunden.»

echte bestellungen von echten kunden Im Zuge des Pilotprojekts konnten Kunden bei Siroop ausgewählte Produkte bestellen, die maximal zwei Kilogramm schwer und für den Transport per Drohne geeignet waren. Kaffee zum Beispiel oder Elektronikartikel. Die Kunden erhielten diese noch am selben Tag. Siroop bestückte die Drohnen direkt nach Eingang der Bestellung bei einem beteiligten Händler in Ebmatingen. Sie flogen daraufhin zu einem von zwei im Projekt genutzten Mercedes-Benz Vito mit integrierter Drohnen-Landeplattform auf dem Dach. Die Vans hielten an einem von insgesamt vier fest definierten sogenannten «Rendezvous-Punkten» auf Zürcher Stadtgebiet. Dort übernahm der Paketzusteller die Produkte und lieferte sie an die Endkunden aus, während die Drohne zum Händler zurückkehrte. Irgendwann einmal – so das Fernziel – sollen sich Drohnen mit Expressgütern von mehreren Lieferanten in laufende Auslieferungen oder Touren einklinken können.
ausreichend daten gesammelt Unmittelbar nach Abschluss des Pilotprojektes war es zwar noch zu früh für ein umfassendes Fazit, aber trotzdem: «Wir haben viele Flüge machen können, unsere Erwartungen wurden definitiv erfüllt», so Rosenthal. «Die Technik hat durchgehend funktioniert, nur bei gewissen Wetterbedingungen haben wir auf Flüge verzichtet und einmal wurde unser Flugraum infolge eines Polizeihelikoptereinsatzes gesperrt.» Sehr kooperativ zeigte sich auch die Bevölkerung. So seien die Zürcher besonders stolz gewesen, dass ein solches Projekt in «ihrer» Stadt durchgeführt wurde. Vor allem technisch Interessierte hätten den Dienst genutzt, einige Anwohner hatten Fragen über die Flughöhe oder ob die Drohnen mit Kameras ausgestattet seien. «Nein», versichert Rosenthal. «Die Drohnen fliegen autonom und sind daher nicht mit Kameras bestückt.» Während der Pilotphase war immer auch ein Matternet-Sicherheitspilot an Bord der Vans. «Das Ziel ist, eine Lösung zu entwickeln, mit der jeder Fahrer nach kurzer Einweisung klar kommt. Er muss nur dafür sorgen, dass der Van steht. Die Technik soll ja die schwierige Arbeit dahinter machen und nicht der Fahrer.»
Video:
https://www.youtube.com/watch?v=fUz4xp93zKQ